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Das westliche, zum Reschenpass ausbreitende Vinschgau-Tal gilt als die Ursprungsheimat des typischen „Vinschger Paarls“, in Kurzform auch „Vinschgerl“ genannt.

Das aus zwei (im Ultental aus drei) kleinen zusammengefügten Laiben bestehende Brot fand schon im ausgehenden Mittelalter die kulinarische Aufmerksamkeit der vielen durch Südtirol reisenden Pilger, Gesandten, Geistlichen und Adelsleuten. Unter ihnen der famose französische Philosoph Michel Eyquem de Montaigne, der über das typische „Paarl“ („les peins tous en rond, jouins l’un à l’autre“) voll des Lobes war. Er schwärme geradezu über das beste Brot der Welt das man in den Südtiroler Bergen isst („Le meilleur pein di monde se mange le long de ces montaigne“).

Das vorwiegend aus Roggenmehl in Achterform erzeugte „Paarl“ war darum bereits in uralten Zeiten auch im Eisack- und Etschtal weit verbreitet. Der Vinschgau galt aber als die Kornkammer Tirols. Der beträchtliche Anbau von Getreide, vor allem Dinkel- Weizen veranlasste die Mönche des mittelalterlichen Klosters Marienberg in ihrem Holzbackofen besondere, nur mit Salz gewürzte Urpaarln zu backen. Diese uralte Tradition der Broterzeugung nahmen findige Vinschgauer Bäckern in der k. und k. Zeit zum Anlass, um dem mit Brotklee (Zigeunerkraut), Kümmel und Fenchel geschmackvoll verstärkten „Urpaarl“ den Beinamen „Vinschger-Paarl“ zu geben.